Freitag, 27. Juni 2014
Seltsam, aber schön
Hallo liebe Leser,
seit fast anderthalb Wochen sind wir nun also wieder zurück in Deutschland. Seitdem bin ich oft gefragt worden, wie es sich anfühlt, nach so langer Zeit auf einmal wieder an bekannten Orten in bekannte Gesichter zu sehen. Darauf antworte ich meistens "seltsam, aber schön". Das trifft auch tatsächlich am besten, was ich in diesen Tagen fühle.
Immer wieder gibt es Momente, in denen ich mich so richtig freue, wieder zu Hause zu sein, insbesondere wenn ich lieben Menschen begegne, die ich lange nicht mehr gesehen habe. Aber auch über so simple Dinge wie lang vermisste Produkte aus dem Supermarkt (vom simplen Speisequark bis zur Milchschnitte) freue ich mich. Börni wiederum futtert sich in diesen Tagen quer durch die bayerische Küche :-)
Mindestens ebenso oft gibt es aber auch Momente, in denen es wirklich seltsam ist, sich wieder im deutschen Kulturraum zu bewegen. Schönstes Beispiel: unser erster Termin beim Arbeitsamt, beziehungsweise der Agentur für Arbeit, wie es jetzt ja so schön heißt. Da das Arbeitsamt zunächst unsere Krankenversicherung übernimmt, mussten wir uns dort gleich am ersten Tag nach unserer Ankunft in Deutschland melden. Also standen wir gleich morgens dort am Empfang.
Zunächst drückte man uns ein Formular in die Hand, das wir ausfüllen sollten. Ich hatte allerdings erst drei Zeilen geschafft, da wurde ich auch schon aufgerufen. Die Dame war zwar sehr freundlich zu mir, doch schon beim Blick in den Reisepass hieß es: ohne Meldebestätigung von der Gemeinde kann ich Ihren Fall nicht aufnehmen.
Also wurden Börni und ich erst einmal wieder nach Hause geschickt, wo wir unsere Unterlagen nach der Meldebestätigung vom letzten Herbst durchsuchten. Zum Glück war sie recht schnell gefunden, ebenso wie all die anderen Unterlagen, die die Dame sich gewünscht hatte, und wir konnten erneut die fünfzehnminütige Fahrt zur Agentur für Arbeit antreten. Dieses Mal wurde die Arbeitslosmeldung bearbeitet, und mit einem dicken Stapel Papiere durften wir uns wieder auf den Heimweg machen. Tja, so ist Deutschland eben :-)
Was ich allerdings überhaupt nicht empfinde, ist Wehmut darüber, dass unsere Reise jetzt vorbei ist. Natürlich ist es nicht ganz einfach, wieder den Weg zurück ins "bürgerliche" Leben zu finden, die Suche nach einer Wohnung und einem neuen Job frisst jeden Tag mehrere Stunden, doch ich gehe diese Herausforderung optimistisch an. Wenn ich zurückblicke, dann voller Stolz auf das, was wir geschafft und erlebt haben, und mit dem sicheren Gefühl, dass es nicht unsere einzige längere Reise gewesen sein wird. Nun aber stehen andere Dinge wieder im Vordergrund, und das ist auch gut so. Drückt uns die Daumen, dass wir uns schnell wieder einfinden! :-)
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