Sonntag, 16. März 2014

Bangkok: Liebe auf den zweiten Blick

Hallo noch einmal,

Nach unserer Rückkehr aus Ayutthaya blieb uns noch ein ganzer Tag in Bangkok, den wir eigentlich mit dem Besuch der wichtigsten Sehenswürdigkeiten verbringen wollten. Doch da Börnis Magen streikte, musste ich mich allein auf den Weg machen.

Bei unserem ersten Aufenthalt in Bangkok hatten wir eigentlich nur das Touristenviertel rund um die Khao San Road kennengelernt, und dieses lädt wenig dazu ein, Bangkok zu mögen. "Ping Pong Show?", brüllt  einem einer der zahllosen Schlepper ins linke Ohr, während von rechts ein anderer versucht, uns zu einer Massage/dem Kauf eines Anzugs/einer Taxifahrt zu überreden. Wohin das Auge reicht, sieht man schon morgens weiße Touristen das erste Bier bestellen. Bangkok zum Abgewöhnen.

Ganz anders dagegen meine gestrigen Eindrücke: beim Schlendern durch kleine Straßen und Märkte wurde mir die Vielfalt Bangkoks bewusst. Stände mit Nuddelsuppen in Gassen so schmal,dass man die Arme nur auszustrecken bräuchte, um die Wände auf beiden Seiten zu berühren, Tische voller Opfergaben für die eifrigen Tempelbesucher und weise Damen, die anhand der Linien in den Händen ihrer Kundschaft die Zukunft voraussagen wollen - all das verschwimmt zu einem einzigen, farbenfrohen Durcheinander, in dem man sich verlieren kann.

Dann, das große touristische Highlight der Stadt: der Grand Palace. Tausende von Touristen strömen mit mir hinein, hier und da von einem Aufseher aufgefordert, eine nackte Schulter oder einen zu kurzen Rock mit einem bereitgestellten Tuch zu verdecken. Im Grand Palace selbst glitzert einfach alles: von der kleinsten Figur bis zur größten Pagode findet man kaum etwas, das nicht mit Gold oder funkelnden Mosaiksteinen verschönert wurde.

Heimlich schloss ich mich einer Touristengruppe an, die einen Guide engagiert hatte. Hinter dem Rücken der aufmerksamen Touristen lauschte auch ich den Erläuterungen zu Geschichte und Bedeutung der einzelnen Gebäude.

Nur von den politischen Demonstrationen, die diese Stadt in den letzten Monaten so sehr in Atem gehalten haben, war fast gar nichts zu bemerken. Einmal sind wir zwar mit dem Bus an einem mit Reifenblockaden und umgekippten Autos abgesperrten Straßenabschnitt vorbeigekommen, und rund um politisch wichtige Gebäude fanden sich vorsorglich aufgestellte mobile Zäune, doch das war auch alles. Ansonsten: Business as usual. Welch ein Glück, konnten wir uns doch in Bangkok somit unbeschwert umsehen!

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