Donnerstag, 6. Februar 2014

Nachts im Zoo

Hallo allerseits, Habt ihr euch auch schon immer gefragt, was die Tiere nachts im Zoo so alles anstellen? In Singapur kann man Antwort auf diese Frage erhalten, wenn man den Zoo im Rahmen der sogenannten "Night Safari" besucht. Wir hatten dieses Erlebnis also fest eingeplant für unseren Aufenthalt. Die Fahrt zum Zoo dauert - für Singapurs Verhältnisse - recht lang, nur mit einer Kombination aus U-Bahn und Busfahrt erreicht man schließlich sein Ziel. So kamen wir etwas später am Zoo an als geplant. Der Ticketkauf nahm weitere fünfzehn Minuten in Anspruch, und so war es schon Viertel nach Acht, als wir uns auf den Weg zum Eingang machten. Und dann das: vor dem Eingang drängten sich Hunderte von Menschen, die Schlange war geradezu endlos und noch dazu waren die Tore bereits wegen Überfüllung geschlossen worden! Für einen kurzen Moment kam uns da tatsächlich der Gedanke, doch auf den Zoobesuch zu verzichten. Doch die Tickets waren schon bezahlt und so reihten wir uns brav hinter den anderen Wartenden ein. Zentimeterweise ging es vorwärts, die Zeit, die wir eigentlich im Zoo verbringen wollten, rannte ungenutzt dahin. Endlich erreichten wir den Einlass, hinter dem sich die Schlange aber genauso fortsetzte, wenn man mit der im Eintrittspreis inbegriffenen Bahn durch den Zoo tuckeln wollte. Eigentlich wollten wir das auch, aber nicht unter diesen Umständen, also bogen wir gleich nach dem Einlass links ab und widmeten uns erst einmal den Fußwegen, die ebenfalls durch den Park führen. Als Erstes fiel mir auf, dass die Dunkelheit den Gehörsinn zu schärfen schien, denn die vielfältigen Geräusche der Tiere waren mir viel bewusster als bei bisherigen Zoobesuchen im Tageslicht. Insbesondere das Brüllen der Löwen jagte mir immer wieder einen Schauer über den Rücken! Der Zoo in Singapur ist außerdem etwas anders aufgebaut als die meisten Zoos: die Fußwege sind schmal undd verschlungen, man ist stets von dichtem Urwald umgeben und kann so vorher nicht erahnen, welchem Tier man als nächstes in die Augen blicken wird. Unsere Highlights - neben dem Löwenrudel - waren die riesigen indischen Krokodile, die nur anderthalb Meter unter uns in einem kleinen Teich schwammen, und der malaysische Tiger. Aber auch die vielen anderen großen und kleinen Zoobewohner waren ein spannender Anblick. Schließlich führte uns der Weg nach etwa anderthalb Stunden zurück zum Haupteingang. Und siehe da: kein Vergleich zu den Menschenmassen, die sich früher am Abend dort gedrängt hatten! Gähnende Leere prägte den Anblick, und so entschieden wir uns, doch noch mit der Bahn durch den Park zu fahren. Wartezeiten gab es jetzt natürlich keine mehr, wir konnten einfach einsteigen und hatten sogar eine ganze Bank für uns alleine! Langsam tuckerten wir an den Tieren vorbei - auch an einigen, die man auf den Fußpfaden noch nicht zu Gesicht bekommen hatte. So gab die Bahnfahrt unserem Zoobesuch noch einmal einen entspannten Abschluss.

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