Dienstag, 29. April 2014
Agra - Stadt der Weltkulturerbestaetten
Guten Morgen liebe Leser,
Agra ist in der ganzen Welt bekannt als Heimat des Taj Mahals, steinernes Symbol ewiger Liebe. Was ich bisher allerdings nicht wusste: neben dem Taj Mahal gibt es in dieser Stadt noch zwei weitere Weltkulturerbestaeten, naemlich Agra Fort und Fatehpur Sikri. Zeit genug haten wir, also entschieden wir, alle drei zu besichtigen.
Agra Fort
Am Tag unserer Ankunft in Agra, nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf, um uns von der Zugfahrt zu erholen, machten wir uns auf den Weg zu dem grossen roten Sandsteinfort, das wir schon vom Zug aus gesehen hatten. Im sechzehnten Jahrhundert erbaut, dient es noch heute dem indischen Militaer als Standpunkt, doch ein Teil der alten Gebaeude ist dennoch Touristen zugaenglich. Fuer wenig Geld liehen wir uns einen Audioguide, der uns ein wenig in die Geschichte des Gebaeudes einfuehren sollte. Die Details dazu will ich hier nicht genauer ausfuehren, wer sich dafuer interessiert, findet bestimmt alles auf Wikipedia :-)
Nur soviel: das Fort ist, wie es damals ueblich war, eine Ansamlung ineinander verschachtelter Gebaeude und Palaeste, die immer prunkvoller und schoener werden, je naeher man den frueheren Wohnraeumen der Mogulherrscher kommt. Schliesslich erreicht man die Terrasse, von der aus Grossmogul Shah Jahan in seinen letzten Lebensjahren als Gefangener das kostbare Grabmal, das er einer seiner Frauen erbauen liess, nur noch aus der Ferne bewundern durfte. Ihr habt es sicher schon erraten, es handelt sich um das beruehmte Taj Mahal, welches man von hier aus sehen kann.
Taj Mahal
Am naechsten Tag standen wir besonders frueh auf, um das beruehmteste Gebaeude Indiens noch vor den grossen Touristenmassen besichtigen zu koennen. Jeder von euch hat wahrscheinlich schon hunderte Bilder des Taj Mahals gesehen. Wir natuerlich auch. Doch kein Bild,das ich bisher gesehen habe, wird der Schoenheit und Anmut dieses Gebaeudes auch nur annaehernd gerecht. Kein Bild faengt das Schimmern des Marmors in der Morgensonne so ein, wie wir es vor Ort erleben durften,kein Bild wird der allgegenwaertigen Symmetrie gerecht, die das Auge immer wieder von Neuem einfaengt. Wir beide wurden nicht muede, das Taj Mahal aus immer neuen Blickwinkeln zu betrachten, mal ganz nah heranzugehen, bis man die einzelnen Steine erkennt, und dann wieder zurueckzutreten, um es in seiner Gaenze erblicken zu koennen.
Als Symbol ewiger Liebe ueber den Tod hinaus ist dieses atemberaubende Gebaeude in der Welt bekannt geworden. Kein Zweifel, ein schoeneres, perfekteres Grabmal kann es nicht geben als dieses. Doch der groesste Beweis der Liebe Shah Jahans zu seiner Mumtaz Mahal ist das Einzige, was die Perfektion des Gebaeudes durchbricht: Der Sarkophag Shah Jahans, der ein wenig seitlich neben dem seiner Frau im Innersten des Grabmals eingefuegt wurde. In einem Gebaeude, welches von Kopf bis Fuss auf Symmetrie geeicht ist, wirkt er seltsam deplatziert. Doch kann es einen schoeneren Beweis fuer die Liebe der beiden geben als den, dass er dennoch hier gemeinsam mit ihr auf die Ewigkeit wartet?
Fatehpur Sikri
An unserem dritten Tag in Agra folgte die dritte Weltkulturerbestaette. Fatehpur Sikri,im 16. Jahrhundert fuer wenige Jahre Hauptstadt des Mogulenreichs, liegt etwa 40 Kilometer ausserhalb der Stadt, ist jedoch mit dem Bus leicht zu erreichen. Der unschlagbare Vorteil der abseitigen Lage: es tummeln sich dort viel weniger Touristen als in Agra! Bei unserer Erkundung der alten Gebaeude, die zwar erstaunlich gut erhalten sind, ueber deren Funktion man aber dennoch nur sehr wenig weiss, konnten wir uns jedenfalls in aller Ruhe umschauen. Nur beim abschliessenden Besuch der dazugehoerigen Moschee verfolgten uns einige sehr aufdringliche Touristenschlepper. Dennoch koennen wir nur jedem raten, auch dieses Denkmal aus der Zeit der Mogule zu besichtigen, wenn es die Zeit zulaesst!
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