Guten Morgen liebe Leser,
nachdem wir unseren ersten Tag in Soweto gemütlich am Feuer haben ausklingen lassen, wartete am Freitag eine etwas andere Stadtrundfahrt auf uns: das Soweto Backpackers bietet seinen Gästen nämlich die Möglichkeit, Soweto mit dem Fahrrad zu erkunden.
Zunächst fuhren wir zu einer kleinen Anhöhe, von wo aus wir die wichtigsten Orientierungspunkte Sowetos kennenlernen konnten: das Orlando Stadium, Heimat der Orlando Pirates, die Hügel, die heute noch von den Goldminen zeugen, die einst zur Gründung Johannesburgs geführt haben, und die Orlando Towers, die Kühltürme eines früheren Kraftwerks, die heute als Aussichts- und Bungee Jumping-Plattform genutzt werden.
Nächster Stopp war eines der ältesten Viertel Sowetos, das früher als Unterkunft für die (ausschließlich männlichen) Minenarbeiter diente. Dort besuchten wir ein Shebeen, um das lokale Bier zu probieren, das wir allerdings schon aus Bulungula kannten :-)
Neu war für uns aber der damit verbundene Einblick in die Traditionen der Zulu, bei dem Börni und ich als einziges Pärchen als Hauptdarsteller brillieren durften :-) Meine Aufgabe war es, mit einem traditionellen Hut und einer Perlenkette dekoriert vor einem niedrigen Tisch zu knien und die Schüssel mit dem lokalen Bier zu schwenken, um es dann zu probieren. Anschließend durfte ich die Schüssel an Börni weiterreichen, der neben mir stand und das Bier mit einem lauten "Aha" nach einem ordentlichen Schluck genehmigte.
Anschließend besuchten wir ein kleines Restaurant in einer Wellblechhütte, wo wir die nächste lokale Spezialität probieren durften: die Bäckchen einer Kuh, in Wasser gekocht und mit Salz und Chili zum Stippen serviert, dazu das allgegenwärtige "Pap".
Zugegebenermaßen musste ich mich ein bisschen überwinden, das doch recht fettige Fleisch zu probieren, aber es schmeckte dann doch überraschend gut :-)
Zugegebenermaßen musste ich mich ein bisschen überwinden, das doch recht fettige Fleisch zu probieren, aber es schmeckte dann doch überraschend gut :-)
Weitere Stopps auf unserer Tour waren die Häuser, in denen Nelson Mandela und Erzbischof Tutu früher gewohnt haben (zwei Friedensnobelpreisträger in einer Straße, das gibt es sonst nirgendwo auf der Welt!) und das Hector Pieterson Memorial. Diese Gedenkstätte ist den Studenten gewidmet, die 1976 für ihren Protest gegen das während der Apartheid eingeführte Bantu-Schulsystem einen hohen Preis bezahlten, als die Polizei das Feuer auf sie eröffnete. Das jüngste Opfer war der erst dreizehn Jahre alte Hector Pieterson, nach dem das Denkmal benannt wurde.
Den Abschluss unserer Tour bildete ein gemeinsames Mittagessen, bei dem wir den Township-Döner "Kota" probieren konnten.
Den Abschluss unserer Tour bildete ein gemeinsames Mittagessen, bei dem wir den Township-Döner "Kota" probieren konnten.
Am Nachmittag wollten wir gern die oben erwähnten Orlando Towers besuchen, vorher sollte uns der Fahrer des Hostels aber eigentlich zur Großmutter des Besitzers bringen, denn für diese Nacht hatten wir einen "Homestay" gebucht, um einen Einblick in das Leben einer normalen Familie in Soweto zu bekommen. Aber wie das in Afrika manchmal so ist, der Fahrer war natürlich nicht da, und als er zwei Stunden später endlich auftauchte, war es schon zu spät um die Türme noch am selben Tag zu besuchen (was zugegebenermaßen dazu führte, dass ich ziemlich schlechte Laune hatte).
Zum Glück hatten wir aber nette Gesellschaft im Homestay, und so hatten wir trotz allem einen netten und sehr gemütlichen Abend :-) Zusammen mit zwei Holländerinnen, die ebenfalls auf einer längeren Reise sind, haben wir Reisetipps ausgetauscht, Nudeln gekocht und gemütlich in der Küche zusammen gesessen.

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