Sonntag, 6. Oktober 2013

Zu Fuß durch den Kruger Park, Tag 4

Als ich am letzten Morgen unseres Trails erwachte, war ich fast ein bisschen traurig, dass es schon so bald vorbei sein würde mit der Nähe zur Natur. Wenn man sich erst einmal in den Rhythmus des Lebens im Busch eingefunden hat, gefällt es einem nämlich ganz gut :-)

Um zehn Uhr sollten wir abgeholt werden, doch noch waren wir dreieinhalb Kilometer Luftlinie von unserem Treffpunkt entfernt, also machten wir uns um acht Uhr auf den Weg. Dieser letzte Tag war der schönste, die Sonne stand an einem strahlendblauen Himmel und wärmte bereits um acht Uhr morgens ganz ordentlich. An diesem Tag war ich tatsächlich sehr froh, dass ich einen Hut mitgebracht hatte, der mich ein bisschen vor der Sonne schützte.

Das schöne Wetter bedeutete aber auch, dass wir an diesem Tag verhältnismäßig viele Tiere zu Gesicht bekamen, darunter eine Gruppe Zebras und viele Antilopen, und schließlich, schon fast am Ziel angekommen, eine kleine Gruppe Nilpferde und sogar ein Krokodil - beides Tierarten, die wir vorher noch gar nicht gesehen hatten!

Als wir dann endlich den Punkt erreicht hatten, wo wir wieder abgeholt werden sollten, erschien es mir eine ausgesprochen seltsame Vorstellung zu sein, gleich wieder in einem Auto zu sitzen! Bevor wir uns auf den Rückweg machten, wartete jedoch noch eine freudige Überraschung auf uns: der Fahrer hatte eine große Kühlbox mit eiskalten Getränken dabei! Nach drei Tagen mit Wasser aus dem Wasserloch eine wahre Wohltat! Wir störten uns nicht weiter daran, dass es erst zehn Uhr morgens war, und griffen jeder zu einer Dose eiskalten Biers :-)

Auf der Rückfahrt war die Stimmung dann entsprechend heiter, und wir erfreuten uns an der Möglichkeit, vom Fahrzeug aus noch einmal einige Tiere zu sichten (was natürlich viel einfacher ist, schließlich legt man in deutlich kürzerer Zeit deutlich größere Distanzen zurück). Darunter war sogar eine der seltensten Antilopenarten der Welt, die Roan-Antilopen, die in einiger Entfernung von der Straße grasten. Sogar unser Guide Laurens, der schon einige Jahre im Park arbeitet, sah sie an diesem Tag erst zum zweiten Mal!

Ja, und dann waren wir auf einmal zurück im Camp und standen neben unserem kleinen Mietwagen. Zum Abschied machten wir noch ein Gruppenfoto, und dann waren wir auf einmal wieder zu zweit. Und was haben wir als allererstes gemacht? Eine richtige Toilette aufgesucht natürlich! Und uns im Campshop eine Tüte Kartoffelchips und eine Packung Käse gekauft :-)

Dann ging es mit dem Auto weiter in südlicher Richtung durch den Park, denn für diese Nacht hatten wir uns das Camp Satara als Anlaufpunkt gesetzt. Auf dem Weg dorthin sahen wir richtig viele Tiere, zum Beispiel eine ganze Elefantenherde, die die Straße direkt vor uns überquerte, und große Gruppen von Zebras, Büffeln und Antilopen. Das Highlight erwartete uns aber erst kurz vor Satara, als die Sonne bereits tief am Himmel stand und das Land in dieses magische Licht tauchte, das es nur auf diesem Kontinent zu geben scheint: ganz in der Nähe der Straße saß im hohen Gras eine kleine Gruppe Löwen! Nummer drei der Big Five! Eine Weile beobachteten wir, wie sie offensichtlich etwas fraßen, das unter einem großen Busch lag, und dann entdeckte ich, dass sogar ein kleiner Löwenwelpe dabei war, der auf seiner Mutter herumturnte!

Schließlich erreichten wir Camp Satara. Was für ein Unterschied zu den Nächten im Busch! Nur das Zelt war noch dasselbe, doch um uns herum gab es auf einmal wieder Toiletten, Duschen, eine Küche und einen Shop! Also gönnten wir uns eine Flasche Rotwein und genossen die Annehmlichkeiten der Zivilisation :-)

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