Der dritte Tag unserer Wandertour begann vielversprechend: kein Regen mehr, nur noch einige Wolken, durch die sich die Sonne immer wieder ihren Weg bahnte. Das war auch gut so, denn an diesem Morgen mussten wir unsere Zelte abbauen, um näher zu dem Punkt zu gelangen, wo wir am folgenden Tag wieder abgeholt werden würden.
Wir packten also unsere Rucksäcke, die mittlerweile auch etwas leichter geworden waren, versetzten unseren Rastplatz wieder in seinen ursprünglichen Zustand, und machten uns auf den Weg.
| Auf geht's! |
Schnell wurde uns klar, dass wir für die leichte Bewölkung dankbar sein konnten, denn wenn im Kruger Park die Sonne scheint, dann brennt sie erbarmungslos hernieder. So gab es aber immer wieder auch kühlere Phasen, so dass das Laufen angenehm blieb.
An diesem dritten Tag liefen wir gerade an einem Flusslauf entlang, als Laurens plötzlich leise rief: "Büffel links, Büffel links!" Und tatsächlich: nur wenige Meter von uns entfernt saß eine Gruppe von fünf Büffeln im hohen Gras und beobachtete uns interessiert! Was für ein Augenblick, diesen imposanten Tieren so nahe zu sein, ohne einen Zaun oder irgendeine andere Abgrenzung zwischen uns und ihnen! Gebannt standen wir da und beobachteten, wie sie Gras kauten und die Sonne auf ihre Rücken scheinen ließen. Erst als wir uns wieder in Bewegung setzten, wurden auch sie aufgeschreckt und liefen in die andere Richtung davon.
| Der zweite der "Big Five"! |
Später rasteten wir unter einem großen Affenbrotbaum. Manche einheimischen Völker nennen ihn "upside-down-tree" - und genauso sieht er auch aus: Der dicke Stamm endet abrupt und macht Platz für knorrige Äste, die auch als Wurzeln taugen würden. Die Früchte sind ein beliebter Snack für Affen und andere Tiere, aber auch den Menschen schmeckt das süßliche Fruchtfleisch, wie wir selbst ausprobieren konnten :-)
Schon am frühen Nachmittag erreichten wir dann den Ort, wo wir für unsere letzte Nacht im Busch unsere Zelte aufschlagen würden, eine kleine Lichtung wiederum in der Nähe eines Wasserlochs. Doch welch wunderbare Überraschung, das Wasser war warm! Bei diesem Wasserloch handelte es sich um eine von ganz wenigen warmen Quellen im Kruger Park! Nachdem die Zelte aufgebaut waren, schlüpften wir also alle schnell in unsere Badesachen und setzten uns in den knietiefen Tümpel. Nach zwei Tagen ohne Dusche eine großartige Erfahrung, trotz des Schlamms :-)
Bester Laune machten wir uns anschließend daran, unser Abendessen vorzubereiten. Ich saß gerade auf einem Baumstamm und aß, als ich plötzlich auf der anderen Seite des Wasserlochs einen grauen Schatten durch die Dämmerung näherkommen sah: ein Elefant, nur wenige Meter von uns entfernt! Schnell machte ich die anderen auf das Tier aufmerksam, und dann beobachteten wir alle fasziniert, wie er am anderen Ufer offensichtlich unsere Spuren erschnüffelte. Er lief hin und her, reckte den Rüssel hoch in die Luft und versuchte herauszufinden wo wir waren. Dann fraß er einige Zweige und entfernte sich langsam wieder. Aus meiner Sicht war dies definitiv die spannendste Begegnung auf unserer Wanderung!
Als die Nacht vollends hereingebrochen war, beobachteten wir auch noch andere Besucher des Wasserlochs, zum Beispiel eine Gruppe Büffel, die wir mit den mitgebrachten Taschenlampen anstrahlten, als sie sich dem Wasser näherten. Außerdem war diese Nacht - im Gegensatz zu den vorherigen - klar, und wir bekamen einen Eindruck davon, wie viele Sterne eigentlich am Himmel stehen, wenn man sich abseits der Zivilisation mit ihrem elektrischen Licht bewegt. Seit dieser Nacht kenne ich das Sternbild des Skorpions und kann ihn nun hier in Südafrika immer wieder am Himmel finden.
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